Pizza-News: Die Rabattschlacht geht in die zweite Runde, Domino's hütet ein Geheimnis und ein Spitzenkoch rechnet vor, wo man wirklich sparen darf
Die erste Augustwoche zeigt sehr deutlich, unter welchem Druck die großen Ketten gerade stehen: Sie unterbieten sich gegenseitig mit Rabatten, basteln an Value-Menüs und kündigen geheimnisvolle neue Produkte an, während in der zweiten Reihe eine einst gefeierte Kette leise Standorte dichtmacht. Die interessanteste Meldung der Woche kommt aber nicht von einem Konzern, sondern von einem der besten Pizzabäcker der USA - und sie lässt sich direkt auf die eigene Küche übertragen.
Papa Johns übernimmt die Rabatt-Staffel von Domino's
Am 2. August lief der Domino's-Deal aus, bei dem alle Pizzen zum Menüpreis um die Hälfte reduziert waren - einen Tag später zog Papa Johns nach: 50 Prozent Rabatt auf jede Pizza vom Menüpreis, allerdings nur bei Abholung, dafür ohne Einschränkung bei Größe, Standardteig und Belag. Ausgenommen ist lediglich die zeitlich begrenzte Epic Pepperoni Stuffed Crust; die XL-Pizzen mit New-York-Style-Boden und die übrigen Stuffed-Crust-Varianten sind dabei. Die Aktion läuft bis zum 16. August in teilnehmenden Filialen. Bemerkenswert ist weniger der Rabatt selbst als seine Bedingung: Wer abholt, spart der Kette die Lieferkosten - genau die Rechnung, die derzeit über die Marge entscheidet (Brand Eating).
Pizza Hut ergänzt sein Retro-Menü um Makkaroni und S'mores
Pizza Hut hat sein neues Value-Menü um zwei Positionen erweitert: Triple Cheese Mac für 6 Dollar - Cavatappi-Nudeln, überbacken mit White Cheddar, Pizzakäse und Parmesan - sowie S'mores Sticks für 5 Dollar, also Brotstangen mit gerösteten Marshmallows, Butterkeks und Schokolade. Zusammen mit der mittleren Stuffed-Crust-Pizza mit einem Belag für 10 Dollar, der Personal Pan Pizza für 3 Dollar und Brot- beziehungsweise Zimtstangen für je 4 Dollar ergibt das ein Preisgerüst, das die Kette gezielt nach unten abrundet. In Großstädten wie Los Angeles liegen die Preise rund einen Dollar höher. Der Trend dahinter ist auch bei uns zu beobachten: Nicht die Pizza wird billiger, sondern die Beilage wird zum Kaufargument (Brand Eating).
Domino's kündigt eine Pizza an, die es so noch nicht gab
Die Zahlen von Domino's für das zweite Quartal waren mager: Die Umsätze auf vergleichbarer Fläche legten gegenüber dem Vorjahresquartal nur um 0,1 Prozent zu, unter anderem weil die neue Slice Sauce hinter den Erwartungen blieb. Umso lauter ist die Ankündigung des scheidenden Konzernchefs Russell Weiner, im dritten Quartal ein Produkt zu bringen, das "anders als alles ist, was wir bisher angeboten haben" - und das er als eines der bestschmeckenden bezeichnet, die das Unternehmen je getestet habe. Der Ansatz dahinter ist ungewöhnlich: Man habe untersucht, was Kunden kaufen, wenn sie gerade keine Pizza kaufen, und genau diese Lücke solle das neue Produkt füllen. Vorbild ist die Parmesan Stuffed Crust von 2025, die den durchschnittlichen Bonwert spürbar angehoben hat (PMQ Pizza).
Dan Richer: An der Zutat zu sparen ist der falsche Weg
Dan Richer, Küchenchef und Mitinhaber der Pizzeria Razza in Jersey City - Platz 3 der USA und Platz 69 weltweit bei 50 Top Pizza, sechsmal für den James Beard Award nominiert - hat vorgerechnet, warum Sparen an Mehl, Tomaten und Käse die schlechteste aller Optionen ist: Wer 10 Dollar mehr für eine Charge Tomaten ausgibt, zahlt pro Pizza nur zwei bis drei Cent mehr. Die eigentliche Stellschraube ist für ihn die Portionierung: "Wenn wir 10 Gramm - ein Stück Käse - zu viel auf jede Pizza legen, sind das am Ende 40.000 Dollar im Jahr." Seine Begründung für die Qualität ist ebenso schlicht wie einleuchtend: Die schlichte Pizza verkauft sich am häufigsten, also entscheidet ausgerechnet dort jede einzelne Zutat über den Eindruck. Und statt Trends hinterherzulaufen, rät er Betrieben, ein eigenes Profil zu entwickeln (PMQ Pizza).
MOD Pizza schließt still weitere Standorte
Während die großen Ketten um Marktanteile kämpfen, verschwindet MOD Pizza schrittweise aus dem Süden der USA. Zuletzt wurden Filialen in Virginia (Reston, Ashburn, Chantilly, Vienna und Herndon), in Owensboro in Kentucky sowie im Frühjahr drei Standorte im Raum Myrtle Beach in South Carolina geschlossen. Die Kette, 2024 nach einer beinahen Insolvenz von der Elite Restaurant Group übernommen, spricht von einem "richtigen Schritt für die Langlebigkeit der Marke". Dahinter steckt ein Segmentproblem: Die Fast-Casual-Pizza mit frei zusammenstellbarem Belag leidet unter Preissensibilität, einem gesättigten Markt und weniger Mittagsgästen durch Homeoffice - die Wettbewerber Pieology, Oath Pizza und Fired Pie haben zuletzt Insolvenz angemeldet (PMQ Pizza).
Was das für den eigenen Teig bedeutet
Dan Richers Rechnung ist die praktischste Erkenntnis der Woche, und sie gilt zu Hause genauso: Die teurere Dose Tomaten oder das bessere Mehl schlagen pro Pizza mit Cents zu Buche - der Unterschied im Ergebnis ist dagegen sofort zu schmecken. Was man dagegen wirklich kontrollieren sollte, ist die Menge: zu viel Käse macht die Pizza nicht besser, sondern nur nass und schwer. Ein guter Richtwert für eine 30er-Pizza sind 80 bis 100 Gramm Mozzarella, gut abgetropft. Wie viel Mehl, Wasser, Salz und Hefe Sie für Ihre Teiglinge brauchen, rechnet der Pizzateig-Rechner nach Gehzeit und Küchentemperatur aus; warum Mehltype und Reifezeit dabei mehr ausmachen als jeder Belag, steht im Ratgeber.
Quellen
- Brand Eating: Papa Johns Offers 50% Off Carryout Pizza Through August 16, 2026 (brandeating.com)
- Brand Eating: Pizza Hut Adds New Triple Cheese Mac And S'mores Sticks To Value Menu (brandeating.com)
- PMQ Pizza: Domino's Is Keeping a Big Secret - A New Q3 Menu Item That Could Be a Game-Changer (pmq.com)
- PMQ Pizza: Razza's Dan Richer - This Is the Wrong Way to Control Food Costs (pmq.com)
- PMQ Pizza: Once-Mighty Pizza Chain Keeps Quietly Closing Stores in Southern States (pmq.com)
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